Die Eröffnungsetappe hatte es bereits in sich. Bereits nach 10 Kilometer ging es 14 Kilometer bergauf zum Beklemento, einer Steigung der ersten Kategorie auf 1550m. Es entwickelte sich ein sehr abwechslungsreiches Rennen, in dem Muck ca. 30 Kilometer vor dem Ziel an der letzten Bergwertung der dritten Kategorie akttaktierte. Drei weitere Fahrer schlossen auf und erreichten gemeinsam mit 40 Sekunden Vorsprung das Ziel in Pavel Banya. Hier sicherte sich Michael Muck im Sprint den zweiten Platz hinter dem Slowaken Martin Pradsnovsky und vor dem Ukrainer Alexandr Klemenko. Damit übernahm er gleichzeitig das Führungstrikot in der Nachwuchswertung.

Meschenmoser und Schwarz erreichten das Ziel dieser schweren Etappe in der ersten Verfolgergruppe, was als gutes Omen für das Mannschaftszeitfahren über 23 Kilometer am nächsten Vormittag gesehen werden konnte. Und dennoch überraschte es sicherlich einige, dass das junge Baden-Württembergische Team (Altersdurchschnitt 21 Jahre) hier den 6 Rang herausfahren konnte. Sie lagen dabei nur 42 Sekunden hinter dem siegreichen polnischen Team Knauf. An diesem Tag stand noch eine weitere Halbetappe mit drei Bergwertungen auf dem Programm. Hier kam Michael Muck mit der zweiten Gruppe ins Ziel. Dadurch behielt er das Nachwuchstrikot und lag in der Gesamtwertung auf dem hervorragenden 6. Rang.

Die vierte Etappe von Stara Zagora nach Svilengrad gehörte den Sprintern. Hier gelang dem Aguti Team der nächste Coup. Stefan Löffler musste sich nur dem Argentinier Martin Garrido geschlagen geben. Auf recht schwierigem Straßenbelag setzte er seine Cleverness und Schnelligkeit ein und unterlag dem für das portugiesische Professionell Continental Team Duja fahrenden Garrido nur knapp. Mit einem Stundenmittel von 45,3 km/h fuhren die noch 92 im Rennen verbliebenen Fahrer bei 29 - 31° ein enormes Tempo. Die geschlossene Teamleistung sicherte wiederum das weiße Trikot für Michael Muck, der allerdings auf dem letzten Kilometer in einen Sturz verwickelt wurde, aber glücklicherweise noch glimpflich davonkam.

Die fünfte Etappe führte als erste Halbetappe von Svilengrad nach Burgas am Schwarzen Meer. Auf den letzten Kilometern entbrannte in einer 8-köpfigen Spitzengruppe ein harter Kampf um den Tagessieg, den schließlich der Pole Jaroslaw Rebiewski (Team Knauf) im Alleingang erzielte. Christoph Meschenmoser fuhr als Vierter über die Ziellinie und bestätigte damit seine ansteigende Form.

Die zweite Halbetappe war mit einer Länge von 75 km relativ kurz, forderte aber die Klassementfahrer mehr als ursprünglich angenommen. Starker Kantenwind zerriss das Feld schnell in mehrere Gruppen. Aus dem Aguti - Team hatten Meschenmoser, Schwarz und Muck die richtige Nase und befanden sich in einer 40-köpfigen Gruppe mit dem späteren Sieger Ivallo Gabrowski (BUL/Team Hemus). Weder in der Gesamt- noch in der Nachwuchswertung gab es Veränderungen.

Die siebte Etappe von Nessebar nach Varna war geprägt vom aufkommenden Wind. Der Scharfrichter dieser Etappe war eine Bergwertung der 2. Kategorie. Hier bildeten sich viele Gruppen. Michael Muck war in einer 11-köpfigen Spitzengruppe vertreten und forcierte das Tempo entscheidend, denn alle vor ihm platzierten Fahrer befanden sich in der Verfolgergruppe. Leider waren nur fünf Fahrer an der Tempoarbeit beteiligt, so dass der Vorsprung im Ziel 1:45 Minuten betrug, was für den Tauberbischofsheimer aber eine Verbesserung auf den dritten Gesamtrang bedeutete! Dieser Platz war der Lohn der unermüdlichen Tempoarbeit des jungen Sportsoldaten.

Die achte und vorletzte Etappe der Bulgarien-Rundfahrt wurde nach 145 km im Sprint des kompletten Feldes entschieden. Auf dieser Etappe von Varna nach Razgrad hatten die Rennfahrer in erster Linie mit den teilweise wolkenbruchartigen Regenfällen zu kämpfen. Trotzdem blieben zahlreiche Vorstöße nicht aus, jedoch hatten die führenden Teams einschließlich der Aguti-Mannschaft das Feld stets unter Kontrolle. So kam es am Ende wie erwartet zu einer erneuten Sprintauseinandersetzung der „schnellen Männer“. Dabei siegte wiederum der Argentinier Garrido knapp vor Stefan Löffler und dem Polen Radosz. Michael Muck erreichte im Feld das Ziel und verteidigte sowohl seinen dritten Gesamtrang wie auch die Führung in der Nachwuchswertung.

Auch auf der letzten Etappe änderte sich nichts mehr. Wiederum gewann der Argentinier Garrido vor dem sprintstarken Stefan Löffler. Michael Muck konnte bei der Siegerehrung auf dem Podest neben dem slowakischen Sieger Pradsnovsky und dem zweitplatzierten Polen Aleksandr Klemenko Platz nehmen. Er lag damit nach neun Etappen nur 17 Sekunden hinter dem Sieger. Mit über 11 Minuten Vorsprung sicherte sich der Tauberbischofsheimer überlegen das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers.

Die ganze Rundfahrt war ein voller Erfolg für das Stuttgarter Aguti Team. Mit dem Gewinn des Nachwuchstrikots durch Michael Muck und dessen  3. Platz in der Gesamteinzelwertung sowie 4 zweiten Plätzen durch Muck u.Löffler auf den Etappen wurden alle Erwartungen des sportlichen Leiters Hartmut Täumler weit übertroffen.


Am nächsten Mittag startete die erste Etappe in der Malteserstadt Heitersheim. Doch es war kein ruhige Auftritt. Zahlreiche Attacken und Ausreißergruppen bestimmten die Fahrt ins französische Guebwiller über 192,3 km. Auf dem ersten Anstieg zum Col du Bannstein in den Vogesen, einem Berg der erste Kategorie, blieben schließlich vier Fahrer übrig. Stetig bauten sie ihren Vorsprung von 3:00 auf 7:30 Minuten aus. Allerdings war bei der dritten Überfahrt über den Bannstein der Vorsprung durch das Tempo machende Feld wieder auf 5 Minuten reduziert. Vor allem die deutschen Teams T-Mobile und Gerolsteiner arbeiteten an der Spitze des Hauptfeldes. Beim vorletzten Anstieg des Berges attackierte Stéphane Berges und fuhr auf 1:30 Minute davon bevor er auf dem letzten Anstieg des Bannsteins vom Feld eingeholt wurde. Im Sprint vor vielen Hunderten Zuschauern in Guebwiler siegte dann Ruben Bongiorno vom Team Panaria vor dem Tschechen Jan Svorada. Michael Muck konnte mit dem rasanten Tempo gut mithalten und kam zeitgleich mit dem Sieger ins Ziel.

Die zweite Etappe führte über 170,8 km von Wehr nach Müllheim. Ähnlich wie am Tag zuvor bildete sich wiederum sehr früh eine Ausreißergruppe, die auch nach vielen schweren Steigungen lange zusammen blieb. Im Hoch-Schwarzwald platzte die siebenköpfige Ausreißergruppe dann auseinander als es galt, den „Hügel“ auf der Schwärze fünf Mal zu überfahren. Am Ende ging der Sieg an den Belgier Sijmens, der 39 Sekunden auf drei Verfolger herausfahren konnte. Das Feld mit Michael Muck folgte nach 2.09 Minuten.

Wiederum bei strahlendem Sonnenschein startete die dritte Etappe über 184,1 km in Herbolzheim. Auf dem Rundkurs nach dem Start, der vier Mal zu durchfahren waren, setzten sich vier Fahrer ab. Sie konnten auf der Fahrt nach Lahr ihren Vorsprung bis auf 3.20 Minuten ausbauen. Auf der letzten der 5 zu fahrenden Runden um Lahr war es dann aber um die Ausreißer geschehen. Das Tempo machende Feld hatte sie eingeholt. Bei starkem Regen auf den letzten Runden wurde die Etappe wieder im Sprint entschieden. Die deutschen Nachwuchsfahrer, die sich an diesem Tag viel vorgenommen hatten, wurden durch einen Massensturz kurz vor dem Ziel gebremst. So konnte sich der Tscheche Jan Svorada auf der Ziellinie durchsetzen. Michael Muck blieb von dem Sturz verschont und rollte mit dem Feld ins Ziel.

Nico Sijmens konnte sein gelbes Trikot verteidigen und auch Michael Muck konnte mit seiner Platzierung sehr zufrieden sein. Mit Rang 35 lag er nur einen Platz hinter Routinier Rolf Aldag und zusammen mit 35 weiteren Fahrern zeitgleich mit dem dreizehnt Platzierten.

Im Vorhinein war bereits klar, dass die Entscheidung beim Bergzeitfahren auf den Kandel fallen würde. Die „nur“ 12,3 km hatten es in sich. Fast 1000 Höhenmeter waren dabei zu überwinden und besonders die treppenartigen Kletterabschnitte auf den ersten Kilometern machten den Fahrern zu schaffen. Nur wenige flachere Passagen blieben zum Luft holen. Vor einem begeisterten Publikum, das die Strecke bevölkerte, quälten sich die Fahrer auf den Kandel. Sie starteten in der Reihenfolge ihrer bisherigen Platzierung und so hatte Michael Muck Rolf Aldag im Nacken. Der Youngster hatte sich zum Ziel gesetzt, sich nicht einholen zu lassen, doch kurz vor dem Ziel war es dann doch geschehen. Da aber Aldag eine überraschend gute Zeit fuhr, konnte sich Michael Muck als bester aus dem U23-Team auf den 25 Platz verbessern und belegte in der Nachwuchsgesamtwertung aller Fahrer unter 25 Jahren nach diesem Tag den hervorragenden 7 Platz. Der Überraschungssieger des Tages hieß Tony Martin. Der Gastfahrer bei Team Gerolsteiner düpierte alle, lag aber im Gesamtklassement so weit zurück, dass er in die Entscheidung nicht mit eingreifen konnte. Nico Sijmens blieb in Führung und somit war klar, dass sein Team Landbouwkrediet-Colnago alles daran setzen würde, diesen Vorsprung auch am Sonntag über die letzten 168,8 km zu retten. 

Die wärmste Region Deutschlands war den Fahrern versprochen worden, doch in Bahlingen war es morgens mit strömenden Regen und niedrigen Temperaturen sauwetterartig. Zum Start hörte der Regen wohl auf, die Straßen waren aber noch nass und machten die Fahrt auf der kurvigen Strecke unangenehm und gefährlich. Michael Muck spürte die Kilometer der vergangen Tage in seinen Knochen. Im Gegensatz zu vielen seiner Teamkollegen war er immer vorne mit angekommen und hatte im Gesamtklassement bis dahin nur 4.36 Minuten Rückstand. Bei den fünf Runden über den berüchtigten Texaspass, einem Berg der ersten Kategorie, befand er sich dann zu weit hinten im Feld, als vor ihm ein Loch riss. So kassierte er auf dieser letzten Etappe noch einen Rückstand auf das Feld, was auf das bis dahin so erfreuliche Gesamtergebnis einen kleinen Schatten warf. Die letzte Etappe gewann der Gerolsteiner Sven Krauss, der vor zwei Jahren noch mit Muck bei den Hofbräu-Radlern-Stuttgart fuhr. Der Herrenberger war bereits kurz nach dem Start mit zwei Begleitern ausgerissen. Kurz vor dem Ziel mussten die beiden abreißen lassen, doch Krauss konnte sich gegen die neuen Angreifer aus dem Feld durchsetzen und gewinnen. Nico Sijmens kam mit dem Feld ins Ziel und rettete damit seinen Gesamtsieg vor Thorsten Hiekmann vom T-Mobile Team.

Michael Muck wird bereits in der nächsten Woche mit seinem Team der Hofbräu-Radler-Stuttgart beim GP Tell in der Schweiz starten.


Neustadt / Weinstrasse am 05.05.2005
Beim Rennen "Rund um die Eichendorffschule" in Neustadt an der Weinstraße verpasste Marcel Knauß von der RSG Heilbronn mit Platz 4 in der Juniorenklasse nur knapp das Siegerpodest. Das Rennen wurde als Kriterium über 22 Runden (35 km) ausgetragen, so dass die Fahrer durch Zwischensprints Punkte für die Endwertung sammeln mussten. Beim ersten dieser Sprints erwies sich Marcel Knauß als der stärkste Sprinter im Feld und gewann die Wertung souverän. Doch bereits gleich nach einer weiteren Zieldurchfahrt zeichnete sich eine Vorent- scheidung ab, als drei Fahrer der teilnehmenden Juniorennationalmannschaft aus Kasachstan versuchten dem Feld zu entwischen. Diese konnten sich einen Vorsprung erarbeiten und die  Zwischenwertungen für sich entscheiden. Durch einen weitern Angriff aus dieser Führungsgruppe gelang es einem der Kasachen solo das Ziel zu erreichen. Mit dem gewinn der Schlusswertung fuhr er einen ungefährdeten Sieg heraus. Marcel Knauß wurde am Ende hinter den drei Fahrern aus Kasachstan Vierter.
 
Bei den Schülern der Klasse U13 gelang dem Jüngsten RSG  Fahrer Jens Rustler mit Platz 9 erneut der Sprung unter die "Top 10" . Nach einem beherzten Rennen über 8 Runden (11,2 km)  hielt er sich immer in der Spitzengruppe auf. Trotz ständiger Tempowechsel kämpfte er bis zum Schluss und hielt den Anschluss. Stolz konnte der Zehnjährige aus Pfaffenhofen nach dem Rennen ein Preisgeld von 5 Euro und das Lob des Vaters entgegennehmen.                                                                                                               MvH

Eine völlig neue Streckenführung präsentierte sich den mehr als 200 Fahrern der 16 Teams und etlichen Einzelfahrern in Queidersbach (Rheinland-Pfalz). Michaels Zustimmung fand diese Streckenführung nicht ganz, kam doch die alte Strecke seinen fahrerischen Qualitäten mehr entgegen.
So direkt äußerte er sich allerdings beim Einschreiben vor dem Start nicht, als er von dem – vermutlich von Michaels Homepage – bestens informierten Streckensprecher zum Interview gebeten wurde. Er erwies sich auch als „dankbares Opfer“, konnte er doch bereits von den bevorstehenden Rennen in Italien berichten, zu denen er im Anschluss an das Bundesligarennen Richtung Rom flog.
12 Runden über insgesamt 165,5 km über teilweise schmale Straßen und durch Waldgebiete zeichnete die Fahrer bei teilweisen regnerischen Bedingungen bereits nach der ersten Runde nicht nur äußerlich. Und während die ersten Fahrer bereits das Rennen beendeten, attackierten an der Spitze Sebastian Schwager (Team Köstritzer) und Carlo Westphal (Team Sparkasse Bochum). Sie fuhren etliche Runden mit teilweise über 3 Minuten Vorsprung vor dem Feld, ehe sie von einer starken Gruppe gestellt wurden. Darunter befand sich auch Michael als einziger Fahrer der Hofbräu-Radler-Stuttgart. Aus dieser Gruppe konnten sich dann Alexander Gottfried (Team Sparkasse Bochum), Sebastian Paddags (Team Köstritzer) und Michael lösen, verfolgt von einer sechs Mann Gruppe mit u.a. den im Vorfeld als Favoriten gehandelten Andreas Schillinger (Team Köstritzer), Thomas Fothen und Carlo Westphal (beide Team Sparkasse Bochum).
Zwei Runden vor Ende des Rennens ließ ein starker Alexander Gottfried seine beiden Mitstreiter förmlich stehen, die auf der letzten Runden dann nur noch knapp 20 Sekunden Vorsprung auf die 6 Verfolger hatten.
Alexander Gottried siegte nach 04:13:19 Stunden überlegen. Während Sebastian Paddags den zweiten Rang ins Ziel retten konnten, brach Michael in der letzten Runde ein und wurde noch von den 6 Verfolgern überholt. Er belegte am Ende den neunten Rang. Seine Teamkollegen Andreas Mayr und Nico Graf versuchten in der letzten Runde noch aus dem Feld davon zufahren, wurden jedoch wieder gestellt und belegten am Ende die Plätze 17 und 19.
Trainer Hartmut Täumler war wohl mit der fahrerischen Leistung von Michael zufrieden, stellte jedoch kritisch fest, dass Rang neun dafür zu schlecht war.
Das Team, im Vorjahr auf Rang 2 in der Gesamtwertung der U23-Bundesliga hinter dem Team Köstritzer, belegte Rang.5. Hier siegte das Team Sparkasse Bochum vor TEAG Köstritzer.
Kleine Notiz am Rande: nachdem alle Nationalfahrer bereits vor dem Rennen mehrere Ampullen Blut zur Blut-Doping-Kontrolle abgeben mussten, wurde Michael nochmals nach dem Rennen per Losverfahren zur Dopingkontrolle gezogen. Nach der Dopingkontrolle am letzten Sonntag in Düren war dies die dritte Kontrolle in einer Woche.

Bei windigem, aber sonnigem Wetter eröffnete dann auch David Binnig den Prolog über 3 km, den er mit 17 Sekunden Rückstand auf den späteren Sieger, den Niederländer Bas Gilling, beendete. Michael Muck kam kurz dahinter mit 22 Sekunden Rückstand ins Ziel.

Erstmals richtig ernst wurde es bei der ersten Etappe, die über 170km von Arnstadt nach Mühlhausen führte. Nach 4:04:43 Stunden gewann der Thüringer Andre Greipel vor über 3000 Zuschauern am Untermarkt den Massenspurt des 90-köpfigen Hauptfeldes vor den Holländern Kor Steenbergen (Palmans Collstrop) und Ger Soepenberg (Niederlande). Michael Muck kam zeitgleich mit dem Sieger ins Ziel. David Binnig hatte großes Pech, als ihn am letzten Berg ein Defekt ereilte, der ihm 8:23 Minuten Rückstand einbrachte.

Zur 2. Etappe mit Start in Mühlhausen über 173 km waren noch 116 Fahrer an den Start gegangen, die trotz kühler Temperaturen und Dauerregen loslegten wie die Feuerwehr und das hohe Tempo bis zum Schluss durchhielten: Der Weg nach Nordhausen wurde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 41,90 km/h bewältigt. Das Rennen wurde lange Zeit von einer achtköpfigen Spitzengruppe geprägt, die sich nach der ersten Bergwertung bei Kaltohmfeld im Eichsfeld formiert hatte. Doch als es in die letzte wellige 22-km-Runde um Nordhausen ging, jagten die Verfolger schließlich wieder heran. Fünf Kilometer vor dem Ziel setzte sich die vierköpfige Spitzengruppe mit dem späteren Tagessieger Carlo Westphal ab und rettete einen Vorsprung von 11 Sekunden. Michael Muck und David Binnig erreichten das Ziel nach einer sehr guten Vorstellung mit 11 Sekunden Rückstand. Pech für den Vortagessieger Greipel, der auf regennassen Asphalt 800m vor dem Ziel stürzte und erst nach dem Verfolgerfeld das Ziel erreichte. Das gelbe Trikot des Spitzenreiters musste er an seinen Nationalmannschaftskollegen, den erst 18 jährigen Carlos Westphal, abgeben.

Mit einem vierfachen Triumph für das holländische Profiteam Rabobank endete die 3. Etappe, die über 181 km von Nordhausen nach Bad Berka führte. Im Spurt aus einer vierköpfigen Spitzengruppe siegte der australische Meister Rory Sutherland in 4:19:56 Stunden vor seinen zeitgleichen Teamgefährten Marc de Maar, Thomas Dekker und Bas Giling (alle Niederlande) und übernahm damit das Gelbe Trikot des Spitzenreiters. Michael Muck kam im 20 Mann starken Hauptfeld ins Ziel, David Binnig hatte den Anschluss an das Hauptfeld verpasst und musste an diesem Tag einen Rückstand von über 24 Minuten einstecken. Erfreulich war allerdings, dass das Team der Hofbräu-Radler-Stuttgart durch eine konstante und mannschaftlich geschlossenen Leistung sich den 4. Platz in der Mannschaftswertung erfahren hatte und weit vor den anderen deutschen Teams lagen. Das im Vorfeld mit den größten Ambitionen gestartete Team TEAG Köstritzer musste nach dem Ausfall von Andre Greipel nach seinem Sturz vom Vortag bereits alle Aussicht auf eine vordere Platzierung begraben.

Auf die 4. Etappe hatte sich Michael Muck besonders gefreut, denn trotz mittlerweile schwerer Beine nach über insgesamt fast 14 Tagen ununterbrochener Rennen, galt er als Mitfavorit für das Zeitfahren über 28km, das ihm durch einen Berg sehr entgegen kam. Allerdings machte ihm das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Nachdem die Länge der Zeitfahrstrecke infolge Dauerregen und Schnee auf der Kammlage des Thüringer Waldes kurzfristig von 29 auf 17 Kilometer verkürzt worden war, legte der als Fünftletzter gestartete Dekker mit 23:05 Minuten eine Zeit vor, die keiner der Mitfavoriten auch nur annähernd erreichte. Mit den Nächstplatzierten Marc de Maar, Bas Giling und Rory Sutherland setzte sich die Dominanz der Rabobank-Mannschaft fort. Zu kurz und zu flach war die Strecke für den jungen Tauberbischofsheimer Muck, doch nach einer überlegten Fahrt fand sich der 20jährige am Ende der Etappe als 16. im Gesamtklassement und sogar als 6. der Nachwuchsfahrer wieder. Damit war er zu diesem Zeitpunkt bester deutscher Nachwuchsfahrer und bester der deutschen Nationalfahrer, die in der Woche vor der Thüringen Rundfahrt bei der schweren Weltcuprundfahrt Giro de Regioni in Italien einen hervorragenden Eindruck hinterlassen und eine starke Mannschaftsleistung gezeigt hatten. Die Gesamtwertung der Thüringer Rundfahrt übernahm nach dieser Etappe der Holländer Dekker.

Luigi Sestili hieß der Sieger der Königsetappe, die über 154,7 Kilometer von Schleusingen nach Oberweißbach durch die Kammlagen des Thüringer Waldes führte. Der 20-jährige italienische Jungprofi vom Team Palazzago Vellutex löste sich vor der Bergankunft in Oberweißbach aus einer siebenköpfigen Spitzengruppe und gewann mit 17 Sekunden Vorsprung vor dem Dänen Mads Christensen und mit 26 Sekunden vor dem Österreicher Bernhard Kohl (Team Rabobank). Michael Muck und David Binnig kamen im Hauptfeld ins Ziel. Michael Muck festigte trotz einer mittlerweile durch das kalte und nasse Wetter aufgetretenen Erkältung seinen 6. Platz in der Nachwuchswertung und auch das Team hielt sich weiterhin auf dem hervorragenden 4. Platz.

Nur noch 82 Fahrer starteten am Sonntag zur letzten Etappe von Oberweißbach nach Arnstadt über 140km. Nach einem wiederum sehr schnellen und abwechslungsreichen Rennen siegte in einem Schlussspurt der Holländer Kor Steenbergen vom Team Palmans-Collstrop vor dem deutschen Nationalfahrer Marcus Burghardt, der für das Deutsche Mountainbike Team startete, sowie Stefan Heiny vom Team der Hofbräu Radler Stuttgart. Michael Muck und David Binnig hielten sich auch auf dieser letzten Etappe hervorragend und kamen mit dem noch kleinen Hauptfeld ins Ziel. In der Gesamtwertung ließ sich Thomas Dekker den Sieg nicht mehr nehmen und siegte vor drei Mannschaftskollegen aus dem holländischen Profiteam Rabobank.

Nur 79 von 112 zum Beginn gestarteten Fahrern erreichten nach insgesamt 834,7km mit einem Schnitt von fast 41 km/h das Ziel. Michael Muck konnte am Ende der 14 Tage mit zwei großen und schweren Rundfahrten mit nur einem Ruhetag sehr zufrieden sein. Im Endklassement fand er sich auf dem 17. Platz wieder und blieb bester deutscher Nationalfahrer. Im Vergleich dazu musste Marcus Burghardt, beim Giro de Regioni noch Kapitän der Deutschen Nationalmannschaft und Gesamt 10., trotz seines 2. Platzes auf der Schlussetappe insgesamt 59:32 Minuten Rückstand hinnehmen. In der Nachwuchswertung blieb Muck ebenfalls bester Deutscher. Er hatte sich seine Kraft gut eingeteilt und zeigte Durchhaltevermögen trotz der vom verhassten Witterungsbedingungen. David Binnig zeigte insgesamt ebenfalls eine gute Leistung, haderte aber wegen des Defektes und des verpassten Anschlusses auf der 3. Etappe etwas mit dem Schicksal. Landestrainer Hartmut Täumler konnte trotz des krankheitsbedingten Ausfalls von Matthias Russ und Stefan Löffler mit dem Abschneiden seiner Mannschaft mehr als zufrieden sein. Der 4. Platz in der Mannschaftswertung hinter dem überlegenen Profiteam Rabobank sowie dem Schweizer Nationalteam und dem holländischen Team Löwik Meubelen Tegel Toko zeigte eine sehr gute mannschaftliche Stärke und Geschlossenheit.


Dritter Platz für Leif Lampater beim Vierer

Der 21 jährige Schwaikheimer Leif Lampater (RSG Heilbronn/ Bundesligateam "Die Hofbräu Radler Stuttgart") hat zusammen mit seinen Teamkollegen vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) beim vierten und letzten Bahn-Weltcup der Saison 2003/2004 in Sydney den dritten Platz in der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung erreicht.

In der Mannschaftsverfolgung gingen Teams aus Argentinien, Australien, Chile, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Kolumbien, Neuseeland, Niederlande, Ukraine, Weißrussland und Deutschland an den Start. Für das deutsche Team hatte Bundestrainer Bernd Dittert die erfahrenen Olympiasieger und Weltmeister in der Mannschaftsverfolgung, Guido Fulst (Berlin/RSV Werner Otto) und Christian Lademann (SC Berlin), sowie die zwei jungen Nachwuchsfahrer, den 20-jährigen Robert Bengsch (Berliner TSC) und Leif Lampater (RSG Heilbronn) nominiert. In der Qualifikation belegte das Quartett in 4:11,598 Minuten den vierten Platz. Nur die Fahrer aus Großbritannien mit der Bestzeit von 4:06,399 Minuten, die Niederländer mit 4:09,991 Minuten und die Neuseeländer mit 4:11,250 Minuten waren schneller. So traf der BDR-Vierer im kleinen Finale um Platz drei und vier auf den Vierer von Neuseeland. Spannung war angesagt, denn die Qualifikationszeiten lagen sehr eng beieinander. Nach 4:11,151 Minuten (Durchschnittsgeschwindigkeit 57,336 km/h) fuhr der BDR-Vierer über den Zielstrich. Nur einen Wimpernschlag später das neuseeländische Quartett mit 4:11,186 Minuten. Es siegte im Finalllauf souverän Großbritannien mit 4:07,385 Minuten vor den Niederlanden mit 4:12,647 Minuten.

In der Nationenwertung erreichte das BDR-Team, das in Sydney nur mit einem neunköpfigen Aufgebot an den Start ging, den fünften Platz mit 55 Punkten. Es siegte Großbritannien (99 Punkte) vor Australien (91 Punkte), USA (77 Punkte) und den Niederlande (70 Punkte). Mit 406 Punkten sicherte sich das BDR-Team in der Nationengesamtwertung der Bahn-Weltcups den Sieg, gefolgt von Frankreich (396 Punkten) und Australien (393 Punkten).

Am nächsten Mittwoch fliegt Lampater zusammen mit seinen Teamkollegen von Sydney nach Melbourne weiter, wo sie bei der Bahn-Weltmeisterschaft für den BDR vom 26.-30.05. an den Start gehen. Für Lampater ist dies seine erste Weltmeisterschaftsteilnahme bei den Männern.(wm)


Fortsetzung Bremer Siydays
Am ersten Tag sicherte sich Lampater beim Ausscheidungsfahren den zweiten Platz. Hier musste er nur Franco Marvulli (amtierender Vize-Olympiasieger im Madison) den Vortritt lassen, doch am dritten Tag drehte Lampater den Spieß um und erkämpfte sich den Sieg vor Marvulli, ebenfalls im Ausscheidungsfahren. Beim Punktefahren sicherte sich Lampater  einen weiteren zweiten Platz hinter Marco Villa (Italien)  vor Bruno Risi und am letzten Abend belegte Lampater nochmals einen zweiten Platz beim 500 Meter Zeitfahren (29:273 Sekunden)
und musste nur Beikirch (28:830 Sekunden) nur Vortritt lassen. Beim Rundenrekordfahren, im 500 Meter Zeitfahren und im Scratch erreichte Lampater mehrmals die Plätze drei bis fünf. Lampater ist mit seinem
Abschneiden beim Bremer Sechstagerennen sehr zufrieden. Gesamtsieger wurde das Team Beikirch/Bartko mit 408 Punkten und verwiesen damit Risi/Betschart mit 314 Punkten und einer Runde Rückstand auf den zweiten Platz. Auf den dritten Platz kamen Marco Villa (Italien) und sein 22-jähriger Partner Iljo Keisse (Belgien) mit 430 Punkten und drei Runden Rückstand. Bereits am heutigen Donnerstag wird Lampater dann sein fünftes Sechs- tagerennen, seiner noch jungen Radsportkarriere, hoch motiviert in Angriff nehmen. Gut kennt er das 285 Meter lange Holzoval in der Hanns-Martin-Schleyerhalle, schon mit elf Jahren drehte Lampater hier seine ersten Trainingsrunden und bei so einem Trainingsabend war einmal auch Bruno Risi anwesend. Diesem musste der damals noch "Kleine Lampater" aufgefallen sein. Risi legte seinen Arm während des Fahrens über die Schulter von Leif und fragte ihn: "Gibt es denn für so Kleine wie dich auch schon Bahnrennen?" Und Leif antwortete darauf: "Ja morgen fahre ich hier mein erstes Rennen!" Und jetzt wird Lampater erstmals bei den 22. Hofbräu-6-Tagen im Feld der Top-Profis in Stuttgart vor heimischen Publikum an den Start gehen um sich mit den Besten seiner Zunft, darunter auch Bruno Risi, zu messen und um seine bisherigen Resultate, mit Platz zehn in Dortmund Anfang November 2004 und Rang acht in München zwei Wochen später, noch zu toppen. Dass sich Lampater derzeit in bestechender Form befindet, stellte er in den letzten Wochen mit zwei Weltcupsiegen in Los Angeles und zwei dritten Plätzen beim Weltcup in Manchester jeweils in der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung sowie im  Zweiermannschaftsrennen (Madison), unter Beweis. So erhält Lampater für seine Premiere in Stuttgart vom Sportlichen Leiter des Hofbräu-6-Tagerennens Roman Hermann  zwei erfahrene Partner als Lehrmeister an seine Seite, den 35-jährigen Italiener Marco Villa (zweifacher Weltmeister im Madison, über 20 Sechstagesiege unter anderem 2001 in Stuttgart mit Silvio Martinello) und den 30-jährigen Schweizer Alexander Aeschbach, wohnhaft in Zuffenhausen (Europameister 2004 im Madison, Sechstagesieger in Grenoble und Moskau mit dem Schweizer Franco Marvulli).

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